Pille : FAQ

Die Pille auf Reisen: 

Auch Zeitverschiebung, Durchfall oder Erbrechen kann die Sicherheit der oralen Kontrazeptiva gefährden! Weitgehend unbekannt bei Pillen-Anwenderinnen ist der Umstand, dass durch die Zeitverschiebung bei Fernreisen die Sicherheit des Präparates in Frage gestellt sein kann. 

Zeitverschiebung

Bei der Verhütung mit Kombinationspräparaten wird die Pille normalerweise alle 24 Stunden genommen. Der Empfängnisschutz ist jedoch gewährleistet, wenn zwischen zwei Einnahmen nicht mehr als 36 Stunden liegen. Wenn die Zeitverschiebung am Zielort nicht mehr als zwölf Stunden beträgt, kann die Pille also zur gewohnten Uhrzeit eingenommen werden.

Sonderfall Minipille

Die Minipille enthält nur Gestagen - im Gegensatz zur herkömmlichen Pille, die Östrogen und Gestagen kombiniert. Anders als bei den Kombinationspräparaten beeinträchtigt bei der Minipille schon eine Zeitverschiebung von mehr als drei Stunden den Empfängnisschutz. Denn die Minipille muss exakt alle 24 Stunden genommen werden. Ab einem Zeitabstand von 27 Stunden zwischen zwei Einnahmen ist der Schutz nicht mehr zuverlässig. Wer die Minipille nimmt, sollte also bereits bei einer Zeitverschiebung ab drei Stunden eine zusätzliche Pille zwölf Stunden nach der letzten Einnahme nehmen. Eine Ausnahme bildet hier lediglich ein Präparat mit dem Wirkstoff Desogestrel. Bei diesem Präparat kann die Einnahme um bis zu zwölf Stunden verschoben werden, ohne den Empfängnisschutz zu gefährden.

Pille und Durchfall oder Erbrechen:

Außer Wechselwirkungen bei der Einnahme von anderen Arzneimitteln können auch Magen- und Darmstörungen den Schutz der oralen Kontrazeptiva beeinträchtigen. Sollte innerhalb von vier Stunden nach Einnahme der "Pille" Erbrechen oder Durchfall auftreten, ist der Schutz vor einer Schwangerschaft nicht mehr ausreichend gegeben. Es empfiehlt sich daher die Einnahme einer weiteren Tablette innerhalb von 12 Stunden. Danach ist die Einnahme der restlichen Tabletten wie gewohnt fortzusetzen.

Pille und Sonne: 

Treten nach intensiven Sonnenbädern (die allerdings ohnedies nicht anzuraten sind) Pigmentveränderungen der Haut auf, so kann durchaus das orale Kontrazeptivum der Grund dafür sein. Meistens reicht jedoch die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor aus, um diesem unerwünschten Effekt entgegenzuwirken.

Falls die Pille daheim vergessen wurde:

Ganz generell empfiehlt es sich, orale Kontrazeptiva in ausreichender Menge auf Reisen mitzunehmen. Allerdings stehen in "Notfällen" die Chancen, dass dasselbe Präparat im Urlaubsland - wenn auch oft unter anderem Namen - erhältlich ist, gut. Es empfiehlt sich daher, die genaue Zusammensetzung des jeweiligen Präparates (z.B. den Beipacktext) immer mit sich zu führen (im Ausweis od. in der Geldbörse usw.). Mit diesen Informationen kann der Arzt oder Apotheker dann das "richtige" Präparat auswählen.