Hepatitis

Offiziell empfohlene Impfungen

Es gibt in Österreich keine Pflichtimpfungen mehr, wie dies früher z.B. bei der Pockenschutzimpfung der Fall war. Dennoch haben die Gesundheitseinrichtungen ein hohes Interesse an einer möglichst lückenlos durchgeimpften Bevölkerung. Denn der Impfschutz nützt nicht nur dem einzelnen Menschen, denn sobald ein genügend großer Anteil der Bevölkerung geimpft ist, reißt eine Infektionskette ab, und die Krankheit kann sich nicht weiter ausbreiten. Wird eine Infektionskrankheit nur zwischen Menschen übertragen, kann sie durch Impfungen sogar völlig ausgerottet werden, wie das bei den Pocken der bereits der Fall ist. Möglich wäre dies auch bei den Masern und der Kinderlähmung (Polio); und auch bei der Hepatitis B, an der weltweit immer noch mehr als eine Million Menschen sterben.

Die Hepatitis B ist eine gefährliche Infektionskrankheit, die gleich übertragen wird wie Aids, allerdings schneller und einfacher, und sie ist 100x ansteckender als Aids. Sie wird durch das Hepatitis B-Virus verursacht. Das Virus greift die Leber an. Eine Folge der geschädigten Leber ist die gelbe Hautfarbe, weshalb die Hepatitis auch "Gelbsucht" genannt wird.

Hepatitis B ist eine schwere Erkrankung. Weltweit leben mehr als 2 Milliarden Menschen mit bestehender oder abgelaufener Infektion. 350 Millionen Menschen sind chronisch infiziert, in Österreich leben etwa 42.000 chronische Virusträger.

Etwa 1 Million Menschen sterben weltweit pro Jahr an den direkten Folgen einer HBV-induzierten Zirrhose oder durch Leberkrebs. Nach Schätzungen stirbt in Österreich etwa jeden zweiten Tag jemand an den Folgen einer Hepatitis B. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr gab es mit zehn AIDS-Todesopfern die seit 1984 geringste Zahl an Personen, die an der Immunschwächekrankheit verstarben.

Die sicherste und wichtigste Methode, sich vor Hepatitis B zu schützen, stellt die aktive Impfung gegen diese Erkrankung dar. Der seit über 15 Jahren benutzte Impfstoff hat sich als sicher, wirksam und sehr gut verträglich erwiesen. Mehr als 500 Millionen Personen haben auf der ganzen Welt schon davon profitiert.

Die Hepatitis A ist die etwas harmlosere Form der infektiösen Leberentzündung. Die Ansteckung erfolgt meistens durch kontaminierte Lebensmittel und Wasser. Aufgrund der ausgezeichneten hygienischen Verhältnisse in Österreich ist die Erkrankung selten (1:450.000 Einwohner, in Italien von Venedig weiter südlich 1:15.000 und in Asien und Südamerika bis 1:350 Einwohner). Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist harmlos und auch häufig unbemerkt. Ab dem 40. Lebensjahr steigt die Gefährlichkeit. Zwei von hundert Erkrankten sterben an einem akuten Verlauf. Hepatitis A ist eine der klassischen „Reiseimpfungen“. 

Die Grundimmunisierung gegen Hepatitis B wird bei Säuglingen im Rahmen von Kombinationsimpfungen im 1. und 2. Lebensjahr verabreicht. Laut WHO sollen alle Kinder bis zum 13. Lebensjahr gegen Hepatitis-B geimpft sein. 

Die Hepatitis-Impfung ist eine mehrteilige Impfung (Hepatitis A: 2 Teilimpfungen, Hepatitis A+B: 3 Teilimpfungen)