Halsschmerzen

Eine aufkommende Erkältung meldet sich häufig mit einem Kratzen in der Kehle an. Der Hals ist dann schnell gereizt oder stark verschleimt, die Stimme klingt „belegt”. Und oft kommen dann auch noch Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Schmerzen beim Sprechen hinzu. 

Je schneller bei den ersten Anzeichen mit einer lokalen Behandlung begonnen wird, umso erfolgreicher kann man die Entzündung bekämpfen.

Fünf Tipps gegen Halsweh:

Wenn Sie folgende Ratschläge beherzigen, werden Sie Ihre Beschwerden rasch wieder los:

1. Tipp: Lutschen
2. Tipp: Viel trinken 
3. Tipp: Gurgeln 
4. Tipp: Abwehr stärken 
5. Tipp: Warm halten

Lutschtabletten, Gurgellösungen und Sprays entfalten ihre Wirkung auf der Oberfläche der Schleimhäute. Da gibt es Präparate mit örtlich betäubender (lokalanästhetischer) Wirkung, entzündungshemmende und desinfizierende Stoffe sowie antibiotische, reizlindernde, schleimhautauskleidende sowie zusammenziehend und abschwellend wirkende Inhaltsstoffe.

Trinken Sie viel!

Kräutertees sind bei Halsschmerzen ebenfalls beliebt. Pflanzliche Inhaltsstoffe, die Linderung verschaffen, sind Salbei, Fenchel, Anis, Kamille, Süßholz, Eibisch oder Königskerze – einzeln oder im Gemisch als Tee aus der Apotheke.

Linderung von Halsweh bringt auch Gurgeln mit warmem Kamillen-, Tormentill- oder Salbeitee.

Auch die ätherischen Öle des Thymian, Eukalyptus helfen.

Wenn die Stimme zu versagen beginnt, sind Pastillen mit einem reinen Quellsalz sehr zu empfehlen. Man kann sie lutschen, oder auch eine größere Anzahl in eine warme Milch geben, auflösen und trinken. Mit diesem Trick holen sich Sänger oder Schauspieler oft Ihre Stimme für Ihren Auftritt zurück.

Anwendungsformen

» Halssprays wirken vorwiegend im Mund- und Rachenraum. Anwendung bei angehaltenem Atem.
» Gurgellösungen beschränken sich auf den Mundraum. Sie sollen 30 Sekunden, besser eine Minute einwirken. Danach nicht nachspülen oder Zähne putzen.
» Inhalate dringen in alle Bereiche der oberen Atemwege vor.
»  Zu lutschende Arzneiformen sollen in der Wangentasche deponiert werden, damit sie nicht zu rasch verschluckt werden.
»  Die Lokalanästhetika ändern nichts am Entzündungsvorgang, machen aber die Nervenendigungen im Mund und Rachen empfindungslos. Man soll sie vor dem Essen lutschen, wenn das Schlucken schmerzt und die Einnahme erst nach 2 bis 3 Stunden wiederholen.
»  Bei sehr starken Halsschmerzen sind Schmerztabletten zur oralen Einnahme mit den Inhaltsstoffen "Ibuprofen" bzw. "Dexibuprofen" oder "Acetylsalicylsäure" (letztere nicht für Klein- und Schulkinder) besser geeignet, weil sie gleichmäßiger und länger wirken.
» Pinselungen, Haftsalben und -gele kommen nur in der Mundhöhle zum Einsatz.

Ihre Apothekerin, Ihr Apotheker halten diese und noch mehr Produkte für Sie bereit und beraten Sie gerne, welches für Sie am besten geeignet ist.

Wann zum Arzt?

Wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte zutrifft, sollten Sie nicht zögern, sich an einen Arzt zu wenden (Quelle: www.evidence.de das medizinische Wissensnetzwerk der Universität Witten/Herdecke):

» bei Halsschmerzen, die länger als sieben Tage andauern
» bei Atemnot, Atembeschwerden
» bei starken Schluckbeschwerden
» wenn es Ihnen schwer fällt, den Mund weit zu öffnen
» bei Halsschmerzen hauptsächlich auf einer Seite des Halses
» bei Halsschmerzen nach einer Belastung der Stimme
» bei stark geschwollenen Lymphknoten
» bei mehrere Tage anhaltendem Fieber oder hohem Fieber
» bei Halsschmerz in Verbindung mit Hautausschlag an Gesicht oder Körper
» bei himbeerroter Verfärbung der Zunge
» bei plötzlicher oder sehr starker Heiserkeit
» wenn Halsschmerzen sehr häufig auftreten (bei Erwachsenen: öfter als viermal pro Jahr) und auf Hausmittel nicht ansprechen
» wenn Sie Halsschmerzen und Fieber, aber keine Erkältung haben - und Sie gleichzeitig bestimmte Medikamente einnehmen, bei denen im Beipackzettel als Nebenwirkung „Agranulozytose“ (extremes Absinken der Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen im Blut) aufgeführt ist.