Gereizte Augen

Es kratzt, brennt und juckt im Auge: Irgendwie erinnert es an das Sandmännchen und seine berühmte Einschlafhilfe. Doch Fakt ist, dass diese Symptome bei vielen Menschen am helllichten Tag auftreten und die Betroffenen oftmals unter trockenen Augen, auch Sicca-Syndrom genannt, leiden. Besonders bei Bildschirmarbeitskräften treten infolge des stundenlangen Auf-den-Monitor-Starrens diese unangenehmen Beschwerden auf. Apothekerin Mag. Barbara Haase erklärt im Interview, wie es zu diesen Beschwerden kommt und was man dagegen tun kann.

Woran erkennt man „trockene Augen“?

Als trockene Augen bezeichnet man umgangssprachlich ein Leiden, bei dem zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet wird bzw. sich die Zusammensetzung des dreischichtigen Tränenfilms verändert. Es kommt zum trockenen Auge, auch Sicca-Syndrom oder Keratoconjunctivitis sicca genannt. Es äußert sich durch Brennen, Tränen, Fremdkörper- oder Trockenheitsgefühl.

Wozu braucht man überhaupt die Tränenflüssigkeit?

Die Tränenflüssigkeit wird von den Tränendrüsen im Auge gebildet. Sie dient der Reinigung und Feuchthaltung von Binde- und Hornhaut sowie der Ernährung der Hornhaut und enthält eine antibakterielle Komponente. Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten, einer Fettschicht, der eigentlichen Tränenflüssigkeit und einer Schleimschicht. Durch den Lidschlag wird dieser Tränenfilm über das Auge verteilt und fließt dann über die Tränenkanälchen im Augenwinkel ab.

Die häufigsten Ursachen sind:

» Umweltbelastungen wie beispielsweise verrauchte, trockene Luft oder Ozon;
» konzentrierte stundenlange Bildschirmarbeit, die zu einer verminderten Lidschlagfrequenz führt;
» regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente wie Diuretika, Beta-Blocker, Adrenalin, Antihistaminika oder die Antibabypille, die die Tränensekretion herabsetzen können;
» regelmäßige Verwendung von konservierten Augentropfen;
» Verletzungen oder Narben des Auges;
» wenn das Lid das Auge nicht mehr richtig verschließt;
» Vitamin A-Mangel;
» bestimmte Allgemeinerkrankungen
» und schließlich die verminderte Tränenproduktion im Alter

können das Sicca-Syndrom hervorrufen.

Was kann man dagegen tun?

• Umweltbelastungen wie trockene Raumluft, Klimaanlagen und dergleichen möglichst meiden.
• Bei der Bildschirmarbeit etwa jede Stunde eine 5-Minuten-Pause einlegen. Dabei nicht lesen! Blinzeln Sie öfter ganz bewusst, machen Sie Augenübungen. 
• Benetzen Sie die Augen regelmäßig mit einem Tränenersatzmittel aus der Apotheke.

Worauf sollten Kontaktlinsenträger achten?

Vor allem bei Weichlinsen sollten wegen der Unverträglichkeit des Linsenmaterials mit einigen Konservierungsmitteln Tränenersatzmittel in den praktischen Einmaldosen ohne Konservierungsmittel verwendet werden.

Was können Betroffene noch zur Verbesserung beitragen?

Im Winter sollten Sie für ausreichend feuchte Raumluft sorgen. Und bedenken Sie: Den harmlos klingenden Begriff „trockenes Auge“ darf man nicht unterschätzen. Vor allem bei längerem Bestehen ist ein Augenarztbesuch unbedingt anzuraten.