Flugreisen

Tipps für Flugreisen in der Luft

In der Flugreisehöhe entspricht der geregelte Kabinendruck einem Luftdruck von 2.400 Metern über dem Meeresspiegel, der Sauerstoffgehalt reduziert sich, und beim Steig- und Sinkflug verändert sich auch der Partialdruck des Gasvolumens. Die Luftfeuchte im Raum sinkt. Durch längeres eingeengtes Sitzen kann die Durchblutung der Beine beeinträchtigt werden, Verä nderungen der Gefäßwand und eine erhöhte Gerinnbarkeit des Blutes sind möglich - Voraussetzungen für das Auftreten tiefer Beinvenenthrombosen, dem ,,Economy Class Syndrom'.

Was tun bei Gestörtem Wohlbefinden?

Der gesunde Körper passt sich den Veränderungen über den Wolken problemlos an. Die Sauerstoffreduktion kann aber Herz-, Kreislauf- und Lungenkranken zu schaffen machen. Besserung im Notfall bringt meist zusätzlicher Sauerstoff. 

Der notwendige Druckausgleich in den Stirn- und Kieferhöhlen und im Mittelohr wird normalerweise durch Gähnen, Kauen oder Schlucken aktiv unterstützt. Bei geschwollener Schleimhaut (Erkältung) gelingt der Ausgleich nur schwer - es kann zu einem schmerzhaften Barotrauma (Barotitis / Barosinusitis) kommen. In diesen Fällen empfiehlt die Österreichische Apothekerkammer schon vor dem Start einen schleimhautabschwellenden Nasenspray zu benutzen.

Muskelübungen der Beine und des Rumpfes, reichlich alkohol- und kohlensäurefreie Getränke während des Fluges und das Tragen von Kompressionsstrümpfen verhindern eine Venenthrombose. Risikopersonen - dazu zählen u.a. auch Personen, die nach Verletzungen am Fuß einen Verband tragen - sollten laut einer Empfehlung der Österreichischen Ä rzteflugambulanz Langstreckenflüge nur nach entsprechender Thromboseprophylaxe (hier werden sogenannte niedermolekulare Heparine als Injektion eingesetzt) antreten. 

Patienten, die schnell reisekrank werden, sollten einen Platz möglichst in der Mitte des Flugzeuges (Tragflächenbereich) buchen.

Für Notfälle immer besser gerüstet

Für auftretende Notfälle an Bord sind die Fluggesellschaften immer besser gerüstet. So führt beispielsweise die AUA in jeder Maschine eine gut ausgestattete Bordapotheke mit. Nach den Reports der Fluggesellschaften gehen 50 % aller In-flight-Emergencies zu Lasten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mit großem Abstand folgen mit 10 % akute Schmerzzustände und Koliken und an dritter Stelle gastrointestinale Beschwerden.

Auf Nichtraucherflügen treten in letzter Zeit vermehrt Probleme auf, die durch die Entzugserscheinungen hervorgerufen werden. Mittel zur Nikotinersatz-Therapie finden sich daher auch in den Flugzeug-Apotheken, die Österreichische Apothekerkammer empfiehlt jedoch allen Rauchern, sich die entsprechenden Präparaten schon vor dem Abflug in einer Apotheke zu besorgen. Es stehen verschieden Mittel rezeptfrei (Nikotinpflaster, Kaugummi und Inhalator) zur Verfügung, fragen Sie Ihren Apotheker.